Amulett Lexikon

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Amulett, Talisman und Glücksbringer

Ein Amulett (lateinisch: amuletum, von amoliti, amolinentum - Abwendung von Unheil) ist ein Gegenstand dem magische Kräfte zugeschrieben werden und vor Unheil, Zauberei und Krankheiten schützt. Amulette wehren negative Energien ab und werden meist als Anhänger um den Hals getragen. Ein Amulett kann aber auch ein Ring, Armband oder Stoffbeutel (Mojo oder Zauberbeutel) sein, indem sich magische Pulver, Steine, Kräuter oder Münzen befinden.

Ein Talisman und Glücksbringer soll seinem Träger im Gegensatz zum Amulett nicht beschützen oder Unheil abwehren sondern positive Eigenschaften anziehen und z.B. Glück bringen.

 

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Lüssi Amulett Tiger 

Amulette sind in allen Religionen und seit tausenden von Jahren bekannt. Die Amulettfertigung wird von Magiekundigen wie Mönchen, Thudong (Waldmönche), Ajahn, Lüssi, Scharmannen und Magiern durchgeführt. Ein Amulett kann aus einer Vielzahl von Materialien bestehen. Waren es zu Beginn meist Tierteile wie Zahnanhänger, Krallen und Fellstücke, werden auch Metalle und Steine zur Amulettfertigung verwendet. Mit Hilfe überlieferter Zaubersprüche oder Gebete wird den Amuletten in oft aufwendigen Weihen die benötigte spirituelle Kraft verliehen. Oft werden magische Zeichen, Koransuren, Paligebete oder Zauberformeln auf das Amulett geschrieben bzw. eingeritzt.

In Europa führte die christliche Kirche einen Kampf gegen den Aberglauben und viele wichtige Überlieferungen wurden vernichtet und ersetzte sie durch christliche Medaillons und Heiligenbilder. In Asien konnte sich die Kunst der Amulettfertigung erhalten und wurde wie z.B. in Thailand von Ajahn (Heiler, Seher, Zauberer), Lüssi (Einsiedlermönch) und buddhistischen Mönchen überliefert. Der Amulett- und Geisterglaube ist in Thailand weit verbreitet und es besteht ein grosser Sammlermarkt. Es ist durchaus nicht unüblich, das für alte Amulette von berühmten Mönchen Preise von über 100000,- € gezahlt werden. Selbst hochrangige Politiker tragen meist mehrere Amulette, da diese spezielle Wirkungen haben z.B. positive Wirkung auf Menschen um die Beliebtheit zu steigern. Polizisten und Soldaten erhalten von entsprechenden Regierungsstellen speziell geweihte Amulette gegen Stich- und Schussverletzungen.


 

Amulett Lexikon

1. Phra Kring Amulett
2. Phra Ngung Amulett
3. Phra Somdej Amulett
4. Ganesha
5. Tourtip: Amulettmarkt Bangkok
6. Umgang mit Thaiamuletten
7. Thai Amulett Wörterbuch
8. Begriffe der Amulettkunde


Phra Kring (Gring) Amulette

Phra Kring Amulette sind kleine Buddha Figuren aus Metall in deren innern  sich eine Kugel (das Kring) befindet, das beim schütteln wie ein Glöckchen klingelt. Es wird ein sitzender Buddha dargestellt, der die  Erdberührungsgeste (Bhumisparsha Mudra) im Moment der Erleuchtung ausführt um Mutter Erde (Mae Thorani) zu erwecken.
Phra Kring Amulette sind auch als Medizin Buddha bekannt. Es beschützt seinen Träger und gibt Gesundheit, Glück und Metta (Freundschaft).

Durch das schütteln des Amuletts und das nachhallende Klingeln wird die Kraft und Hilfe aktiviert. Vor wichtigen Vorhaben kann das Phra Kring befragt werden. Sollte das Glöckchen nicht erklingen, ist es ratsam einen andern Tag zu wählen. Auch in brenzligen Situationen kann der Schutz durch das schütteln aktiviert werden.

Phra Kring Amulette bestehen aus Metallen wie Gold (nuea thong kam), Silber (nuea ngern), Silbermischungen (nuea ngern pasom), Kupfer (thong dang), Messing (thong lang), Bronze oder Metallmischungen.  Es werden rituelle Gebrauchsgegenstände aus den Tempeln, wie Schalen und Skulpturen, für die Fertigung eingeschmolzen.  
Es werden auch geheime Mischungen aus z.B. Erde von heiligen Platzen, Pflanzenkräutern und Mineralien beigefügt.

Geheimes Wissen mit einem komplexen Ritual wird bei der Erschaffung von Phra Kring Amuletten angewendet. Der Prozess startet mit der Sammlung der Materialien mit magischer Potenz, die in die Metalllegierung gegeben werden.
Rituale Schritte mit Beschwörungen werden während des gesamten Fertigungsprozess eingehalten.
Einige der berühmten Mönche die Amulette fertigen, haben sich die geheime Magie in langjährigen Studien in Nordthailand und Kambodscha angeeignet.

 

Phra Kring Amulett Wat Bowon Phra Kring Amulett Wat Bowon

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Phra Kring Amulett aus Silber, Wat Bowon

In Kambodscha gab es eine lange Tradition der Verehrung der Phra Kring bekannt als Kring Pathum und wurde in der Sukhothai Era (1238 bis 1438) nach Thailand gebracht. Die Geschichte der Herstellung der Phra Kring Amulette in Thailand geht zurück in die Zeit von King Naresuan Maharat (1555 bis 1605), während der Ayutthaya Periode. Die heiligen Texte, die zur Herstellung eines geweihten Phra Kring  Amulett verwendet wurden, und die Aufzeichnungen über die Materialkombinationen gingen während des Krieges verloren, wurden aber mündlich übermittelt. Die Überlieferung der heiligen Texte ging später an das Wat Bowon Niwet Vihara in Bangkok. Als Vorbild haben Phra Kring Amulette ein Buddha Amulett (Phra Phairi Phinat) aus Stein, das King Rama IV (König Mongkut 1804-1868) als Mönch vor seiner Thronbesteigung 1851 erhalten hat.  Phra Kring Amulette waren nicht sehr bekannt in Thailand bevor ein Mönch aus dem Wat Suthat Thepwraram die alte Überlieferung studierte, weil erstaunlicherweise, das heilige Wasser, dass mit Hilfe eines alten Phra Kring hergestellt wurde, seinen Lehrer geheilt hatte. Die Amulette aus dem Wat Suthat wurden als Medizin Buddha bekannt und sind unter Sammlern sehr gefragt.

 

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Phra Kring Amulett aus Kupfer, Wat Suthat
 

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Phra Ngung Amulett (Pra, Phor, Ngang, Ngan)

Phra Ngung Amulette sind in vielen verschiedenen Ausführungen bekannt.  Die rotäugigen Phra Ngung (Ta Daeng) mit spitz zulaufenden Kopf, manche zeigen nach links andere gerade nach oben, sind hauptsächlich in den Nord-Östlichen Provinzen von Thailand an der Grenze zu Kambodscha zu finden und ist kein Buddha. Phra Ngung sind auch unter den Namen Pra/Phor Ngang oder Pra Ngan bekannt.

 

Phra Ngung Amulett
Bild Phra Ngung (Ngang) Ta Daeng

Neben den seltsam ausschauenden, rotäugigen Phra Ngung gibt es auch einen sehr alten Stil aus der Provinz Ayuthaya geläufig als Phra Ngan oder auch als Phra Chai bekannt, wobei die Amulette oder Staturen eher einer normalen Abbildung eines Buddhas (Buddha meditierend im Wald) ähneln. Chai bedeutet übersetzt Victory (Sieg, Triumph). Phra Ngung ist die weiterentwickelte Form einer Buddha Darstellung der Bändigung Maras (Phya Chompoo/Herrn der Finsternis).

Einmal begegnete Mara Buddha und zeigte keinen Respekt. Mara dachte das niemand vergleichbar mit seinem Wohlstand und Macht sei. Buddha nutzte seine übernatürliche/wundersame Kraft um den Berg der Reichtümer zu erschaffen und transformierte seinen Körper zum grossen Herrscher mit Juwelen dekoriert.
Mara war erschreckt durch die Kraft Buddhas und gab nach. Buddha lehrte ihm, dass ein Herrscher zu sein nicht bedeutet besser zu sein als andere weil ein guter Mensch alles Schlechte in seinen Geist zerstören kann und ins Nirvana einziehen kann.
 
Ein dritter Stil ist eine Mischform aus beiden Abbildungen bei der die langgestreckte Krone nach links gebogen ist. Es gibt auch Ngan im Khmer Style die einen grossen erigierten Penis in der Hand halten.

Gefertigt werden diese Amulette aus verschieden heiligen Metallen wie Blei, Zinn, Kupfer und Bronze. Einige der Metalle stammen von eingeschmolzenen antiken Kunstgegenständen wie geweihten Wasserschalen, alten Tempelglocken mit heiligen Kräften.

Dieses Amulett bringt dem Besitzer bei respektvollen Umgang Glück und Schutz für sein Geschäft. Gut für Schicksal, Karma und Bestimmung, alles Böse abhaltend. Es werden ihm verschiedene Wirkungen nachgesagt; erotische Anziehungskraft, Attraktivität, Erfolg in Liebe und bei geschäftlichen Verhandlung, Kunden werden bei Verkaufsverhandlungen positiv gestimmt, übernatürliche Kraft in Charme, bringt Wohlstand, gut für das Geschäft, Glück im Spiel.

Eine Katha (Gebetsformel) für die Aktivierung des Ngung ist z.B.
“MA PI MA NANG MAHA NGUNG SANTI JITTUNG BHUMMI MAMI MANA MAMA”

Kathas werden durch den der Amulettfertigung Kundigen überliefert.
Die Ngung werden mit alten Khmer Zauberformeln besprochen und so mit der Kraft ausgestattet den Verehrer vor Gefahren, Bösen zu schützen und gleichzeitig Erfolg und Wohlstand zu bringen.


Ngung sollte nicht auf einem höheren Platz als Buddha Staturen aufgestellt werden. Ein kleiner Altar in einer niedrigeren Position, ein Stück entfernt vom Buddha ist die richtige Wahl.

Für den Gebrauch im Haus wird dem Phra Ngung jede Dienstagnacht ein Gläschen Wodka, Wein oder Wasser und eine Zigarette geopfert und die Katha gebetet. Als Opfergaben sind geeignet: Früchte und Süssigkeiten, 5 Weihrauchstäbchen an Feiertagen, ein Paar weisse Kerzen, alle Arten von Blumen ausgenommen Lotus (Buddha vorbehalten), 5 Stücke Betelnuss.
Ausser Haus sollte das Phra Ngung Amulett nicht um den Hals wie ein Buddha Amulett getragen werden, sondern in den vorderen Hosentaschen, wenn man auf der Suche nach Frauen ist oder zu jemanden geht um Hilfe zu erbitten (z.B. Bank- oder Behördenbesuch).

Schlüpfriges:
Einige speziell als Liebesamulett geweihte Phra Ngung Ta Daeng Amulette werden von Thai Männern zur Eroberung ihrer bevorzugten Lady eingesetzt, indem es in der vorderen Hosentasche mitgeführt wird. Als Respekt an das Amulett wird bei erfolgreicher  Eroberung das in der Hosentasche befindliche Phra Ngung an intimen Stellen der Lady gedrückt oder gerieben. Weiterhin wird berichtet, dass solche Amulette gebrauchte Damenslips lieben und hier und da verschwinden und sich in der Unterwäsche wiederfinden. Auch wird von Amulettbesitzern berichtet die zur Steigerung der Wirkung auf das Amulett urinieren. Derartige Liebesamulette können, aus verständlichen Gründen, bei verheirateten Männern Probleme mit den weiblichen Bewohnern hervorrufen und sollten besser aus dem Haus entfernt werden.



Phra Somdej Amulett

 

Buddha Amulett Somdej Bowon Buddha Amulett Somdej Bowon königliches Wappen
Phra Somdej Amulett Wat Bowon Niewet

Phra Somdej Amulette werden auch als “König der Amulette” bezeichnet. Dargestellt wird ein stilisierter Buddha in einer Glocke. Die erste Serie dieser berühmten Amulette wurde im Wat Rakhang von dem hochverehrten Mönch Somdej Phra Buddhacharn Toh Phromarangsri (17.April B.E.2331 bis B.E.2415, 1788-1872 n.Ch.) gefertigt. Somdej ist ein Titel der Mönchen verliehen wird, die meistens der königlichen Familie angehören. Somdej bedeutet soviel wie “königlich”. Von den berühmten Wat Rakhang Phra Somdej Amuletten wurden 73 Serien gefertigt. Alte Originale werden zu unglaublichen Preisen gehandelt und es wird ihnen eine grosse Magie zugeschrieben. In den königlichen Tempeln wie z.B. dem Wat Bowon Niewet werden limitierte Serien aufgelegt. Einige ältere Phra Somdej Amulette bilden auf Grund ihrer Inhaltsstoffe eine sehr schöne Patina. Die Amulette werden aus einer überlieferten, nur dem Mönch, bekannten Mischung aus heiliger Erde, Muschelkalk, Pflanzen, Mineralien, Ölen oder Asche hergestellt und von Mönchen aufwendig geweiht. Wenn ein Phra Somdej Amulett als Anhänger im Set mit anderen Amuletten getragen wird z.B. Benjapakee sollte es den Platz in der Mitte erhalten.


Ganesha (Thai: Phra Phikanet, Phra Phikanesuan)

Der Elefantengott Ganesha ist wohl die beliebteste Darstellung im Hinduismus er wird aber auch bei Buddhisten und einigen Schamanen geschätzt und verehrt. Er wird angerufen um Glück für eine Unternehmung oder den Weg zu erbitten und steht für den  Neuanfang. Ganesha repräsentiert Weisheit und Intelligenz. Er ist der Herr der Wissenschaften und schönen Künste (Musik, Tanz und Poesie). Er ist der schutzheilige der Kaufleute und beschützt Haus und Familie.

 

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Bild Ganesha Skulptur aus Bergkristall

Er ist der Sohn von Shiva und Parvati. Es gibt verschiedene Mythen wie Ganesha zu seinen Elefantenkopf gekommen ist. Parvati hat ihn selbst aus Lehm und Gangeswasser geformt und als Wächter vor ihr Haus gestellt. Als Shiva nach Hause kam versperrte Ganesha den Zutritt, da er Shiva nicht kannte. Shiva geriet so in Zorn, das er Ganesha den Kopf abschlug. Parvati war über den Tod Ganeshas sehr bestürzt und bat Shiva ihren Sohn wiederzubeleben. Darauf hin befahl Shiva seinen Helfern ihm den Kopf des ersten Lebewesen zu bringen das ihnen über den Weg läuft. Die Helfer brachten Shiva einen Elefantenkopf, den Shiva auf den Körper setzte und Ganesha wiedererweckte. Shiva ernannte ihn zum Heerführer seiner Armeen und wies an das sein Sohn vor allen Göttern zuerst angebetet werden soll.

Gegenstände die bei Ganesha Amuletten oder Skulpturen oft gezeigt werden sind:

Die Axt steht für die Zerstörung aller Bindungen und Wünsche und als Schutz und Kampf gegen alles Übel.

Das Fangseil mit dem er Verehrer aus den weltlichen Problemen zieht und mit ewigen Glück verbindet.

Eine Schale mit kugelförmigen Süssigkeiten “Laddus” als Belohnung für den spirituelle Reise

Ein abgebrochener Stosszahn

Eine Schlange um den Bauch steht für den heiligen Faden

Mudra (Handstellung) für Segen und Schutz, das Trost spendende Mudra und die gebende Geste

Die Ratte als Reittier steht für weltliche Wünsche (materieller Reichtum) und Egoismus die Ganesha überwunden hat

Eine Lotusblume als Zeichen der Wiedergeburt

Eine Gebetskette (Mala)

Jede Puja (hinduistisches Gebet) beginnt mit der Verehrung Ganesha und bei einigen Schamanen wird er als Wächter der Unterwelt vor den Reisen angerufen.



Amulettmarkt Bangkok

Um einen kleinen Einblick in die Kultur der Thaiamulette zu bekommen bietet sich der Besuch des Amulettmarktes Tallaat Phra Khreuang in Bangkok an. Vor allem am Sonntag, wenn viele Thailänder frei haben, trifft sich hier die Amulettszene. Viele private Händler und Sammler bauen kleine Verkaufstische auf, schlendern durch die Reihen, begutachten die ausgelegten Amulette und fachsimpeln. Die Verwendung von Amuletten und der Aber- und Geisterglaube ist in Thailand sehr verbreitet. Als Darstellungen auf den Amuletten oder Talismane finden sich Buddhas, Naturgeister, Lüssi, verehrte Mönche, aber auch hinduistische Gottheiten wie Hanuman und Ganesha. In einer Seitenstrasse können Sie dabei zusehen wie grosse Skulpturen aus Beton und kleinere aus Metall gefertigt werden. Sie haben in einem Tempel ein geweihtes Amulett erstanden ? Hier ist der richtige Platz ein passendes Amulettcase zu finden, um es als Anhänger zu tragen. Sie haben die Wahl zwischen einfachen Kunststoff verchromten, Messing, echt Silber mit Ornamenten oder golden Fassungen mit kunstvollen Emaileinlagen. Auch Amulettketten - ganz nach Thai Style für mehrere Amulette - werden in verschiedenen Ausführungen angeboten.

 

Amulettmarkt Bangkok Lüssi Amulette und Tiger Tattoo Amuletthändler Chinatown
Tuk Tuk Fahrer benötigt reichlich Schutz    Lüssi Amulette und ein Tiger Tattoo         Amuletthändler aus Chinatown

 

Amulettmarkt Bangkok Amulettmarkt Bangkok Amulettmarkt Bangkok
Amuletthändler in Bangkok                 Sonntags auf dem Tallaat Phra Khrenang  Sammlerziel “The Big Five” of Buddha Amulett
 

Amulettmarkt Bangkok Amulettmarkt Bangkok Amulettmarkt Bangkok
Mit Amulettlupen wird genau geprüft        Schutzamulett Tarkut                         Alt und Echt ?
 

Amulettmarkt Bangkok Amulettmarkt Bangkok Amulettmarkt Bangkok
Massgefertigte Acrylboxen                   Amulettschatz oder eingeschlammte Fakes ?  Handgeknüpfte Amulettketten
 

Amulettmarkt Bangkok Eingang Amulettmarkt Bangkok Amulettmarkt Bangkok
Amulettstand                                 Eingang zum überdachten Amulettmarkt    Im Inneren des Amulettmartes
 

Amulettmarkt Bangkok Amulettmarkt Bangkok Hochwasser
Amulette, Talisman und Glücksbringer                         Hochwasser im Bangkoker Amulettmarkt Oktober 2011

Die schönste, schnellste und günstigste Anreise zum Amulettmarkt erfolgt über den Fluss Chao Phraya mit den Taxibooten (orange Fahnen) für 15 Bath (oder mit den Touristenbooten, blaue Fahnen, doppelter Fahrpreis) zum Pier N 9 Tha Chang. Steigen Sie hier mit Massen von Touristen die zum Königspalast oder Wat Pho wollen aus. Hinter den Essenständen biegen Sie nach rechts ab und befinden sich auf dem, Sonntags gut gefüllten, Amulettmarkt. Wenn Sie vom Pier kommend nach links Richtung Wat Mahathat, auf der Thanon Maha Rat gehen kommen sie zum überdachten Teil des Amulettmarktes (Eingang schräg gegenüber vom Wat Mahathat).

Ein weiterer kleiner Amulettmarkt in Bangkok befindet sich auf den Gelände des Wat Ratchanada Ecke Thanon Maha Chai / Thanon Ratchadamnoen Klang in der Nähe von Wat Saket (Golden Mont). Das Angebot hier ist etwas kitschiger und von grossen Mengen Fake-Amuletten bestimmt.

Amulettmärkte Bangkok:
1) Tallaat Phra Khreuang
Thanon Maha Rat
Gegenüber vom Wat Mahathat
Pier N9 Tha Chang

2) Wat Ratchanada
Ecke Thanon Maha Chai / Thanon Ratchadamnoen Klang



Respektvoller Umgang mit geweihten Thaiamuletten

Buddha Amulette, die in einem Tempel von Mönchen aufwendig geweiht wurden, sind mehr als einfach nur Schmuck. Sie benötigen einen respektvollen Umgang und es sollten einige Regeln beachtet werden, um sie nicht zu entweihen.

Wenn sie ein Amulett entgegennehmen oder weitergeben, nehmen sie hierfür beide Hände bzw. die rechte Hand unterstützt von der linken Hand oder die linke Hand berührt das rechte Handgelenk oder Unterarm. Die linke Hand gilt als unrein.

Beim an- und ausziehen eines Amulettes wird dieses zwischen die Handflächen gelegt und zur Stirn/Nasenwurzel geführt (höchster Wai). Ein guter Moment inne zu halten und Buddha zu danken, ein kurzes Gebet zu sprechen oder vielleicht auch die zum Amulett passende Katha.

Buddha Amulette immer oberhalb der Gürtellinie tragen, z.B. mit einer Amulettkette um den Hals oder mit einem Amulettclip in der Brusttasche. Buddha Amulette gehören nicht in die Hosentasche und sind als Schlüsselanhänger nicht geeignet. Andere Amulette, wie z.B. der rotäugige Phra Ngung oder das Phallus Amulett Palad Khik, ist in der Hosentasche hingegen an seinem richtigen Platz. Takrut Amulette werden häufig als Gürtel um die Hüfte getragen.

Nie mit unreinen Körperteilen oder Kleidungsstücken in Berührung bringen. Als unrein gilt alles unterhalb der Gürtellinie: Genitalien, Füsse, Unterwäsche, Strümpfe oder Schuhe.

An einer Amulettkette sollten Buddha Amulette nicht mit anderen Amuletten wie Liebes-, Phallus-, Lüssi oder hinduistischen Amuletten gemischt werden. Es wird hier eher eine zweite Kette empfohlen.

Auch bei Lagerung und Aufbewahrung sollte darauf geachtet werden, das die Amulette oberhalb der Gürtellinie und über Amuletten niedriger Ordnung stehen bzw. hängen.



Thai Amulett Wörterbuch
Thai – Deutsch

Eine Zusammenstellung hilfreicher Fachbegriffe der Thaiamulettkunde.

Ajahn – (oder  auch Ajarn, im Sanskrit: Acharya) Anrede/Bezeichnung von selbstständigen Magiern und Heilern, Gelehrter der magischen Künste. Ajahn können ehemalige Mönche sein.  

Apsara - himmlische Tempeltänzerinnen, die zu Ehren der Götter tanzen.

Bai Sema - Grenzsteine in einem Wat, der den Bereich des Buddhasima festlegen.

B.E. – buddhist era, Abkürzung für die buddhistische Zeitrechnung. Die B.E. beginnt mit dem Todesjahr Buddhas (544 v.Chr.). In Thailand und Laos wird das Jahr 0 des B.E. mit 543 v.Chr. angesetzt. 2012 n.Chr. entspricht B.E. 2556 bzw. 2555. Das neue buddhistische Jahr beginnt zum 1.Januar bzw. in Thailand mit dem chinesischen Neujahrsfest im April.

Benjapakee - bezeichnet einen Set aus 5 berühmten Amuletten (Great Five), die gerne als Set getragen werden. Das Ziel vieler Amulettsammler ist es ein möglichst hochwertiges Benjapakee zusammenzustellen. Das Wort Benjapakee stamt aus dem Pali. Benja bedeutet fünf Typen und Pakee bedeutet Gruppe oder Set. Die Amulette des Benjapakee sind:
1. Phra Somdej
2. Phra Nang Phaya
3. Phra Rod
4. Phra Phong Supan
5. Phra Somkor

Bot – wichtigstes Gebäude in einer Tempelanlage. Hier stehen die Buddha Staturen und es werden die Reliquien aufbewahrt.

Bodhisattva (Pali: Bodhisatta) Eine Person auf dem Weg zur Erleuchtung.

Cedi - Stupa, steht für den Eingang in das Nirvana.

Chadok - Jataka, buddhistische Geburtsgeschichte

Chakra - Das buddhistische Rad steht für die erste Predigt Buddhas, der das Rad der Lehre in Gang gesetzt hat.

Chan - Striche unterhalb eines Somdej Amulett, stellen die Stufen/Wertigkeit des Buddha dar.

Chao Khan - Herr des Berges

Chao Mae - Weiblicher Schutzgeist

Chao Pho - Männlicher Schutzgeist

Chao Thi - Erdgeist der einen bestimmten Platz bewohnt, er zieht beim Bau eines Hauses in das für ihn gerichtete Geisterhaus.

Chao Thung - Herr des Landes

Dharma (Dharma) - Buddhistische Lehre

Erawan (Airavata) - Der 3- (oder 33) köpfige Elefant und das Reittier des Hindu Gottes Indra

Gandharva - Geistwesen, Halbgötter die den Göttertrunk Soma brauen und bewachen. Sie werden oft als Musiker dargestellt und werden mit ihren weiblichen Gefährtinnen den Apsara dargestellt.

Himaphan - Ein mythologischer Schneewald am Berg Meru.

Hong - mystische Gans „Hamsa“ Begleiter von Brahma

khem sak - Traditioneller Tattoostab aus Metall

Kinnari - Eine mythologische Figur, die je zur Hälfte Mensch und Vogel ist.

Kirtimukha (Kirttimukha, Kala) Ein Dämon aus der hinduistischen Mythologie mit einem Löwenkopf.

Kohn Song - Ein Trancemedium, das Kontakt mit Geistern auf nimmt und die Geister befragt.

Khrong Rang Pluk Sek - Zaubersprüche und Mantras, die eine Schutzfunktion haben oder z.B. den eigenen Schutzgeist herbeirufen.

Krut – Garuda, Mystisches Wesen aus Adler und Mensch, das Reittier von Vishnu. Steht als Symbol für Himmel und Lüfte.

Kuthis - Mönchsunterkünfte

Lanna - altes Königreich in Nord-Thailand

Lotus Knospe/Blume - Als Opfergabe Buddha vorbehalten. Steht für die Geburt Buddhas

Luang – Bezeichnung für einen Mönch, bedeutet in etwa Vater, Väterchen.

Lüssi, Rüssi – Waldmönch, praktiziert Magie und ist kein buddhistischer Mönch, Kundiger der Lüssi Magie.

mai sak - Traditioneller Tattoostab aus Bambus

Mae Nah - Amulette aus menschlichen Stirnknochen nach einer Legende der Mutter Nak.

Meed moh (mho) - Amulett Messer

Meru - der heilige Berg Meru, ist der Mittelpunkt des traditionellen buddhistischen Weltbildes.

Mo Phi - Geisterheiler

Moo Doo – Kräuterdoktor, Hellseher, Magier.

Nuea thong kam - Gold
Nuea Ngern - Silber
Nuea loha rom/si dam - schwarze Metallmischung
Nuea thong daeng (rot) - Kupfer
Nuea thong lang - Messing
Nuea nawat, nawa - 9 verschiedene Metalle
Nuea takua - blei
Nuea samild, samrit - bronze
Nuea mekhasit - quecksilber

Phaya Nah - Naga, die mythologische Schlange, die in vielen Tempeln als Tempelwächter zu finden ist.

Phim - Model, Typ, Serie

Phra, Pra – Bezeichnung für Buddha Darstellungen (Amulette, Skulpturen), wird auch für Mönche verwendet.

Phra Kring, Gring – Das „Glöckchen“ Buddha Amulett, Darstellung Buddhas in BS Mudra.

Phra Khrong - Amulette mit der Darstellung Buddhas oder eines Mönches. Sie werden in Tempeln gefertigt und geweiht. Diese Amulette schützen den Träger, je nach Weihe, vor verschiedenen Gefahren.

Phra Narai, Phra Witsanu - Vishnu

Phra Phrom - Brahma

Phra Prathan - Hauptbuddha eines Tempels

Phra Rahu - Gott der Dunkelheit. Er verursacht die Sonnen- und Mondfinsternis, wenn er seine Brüder den Mond und die Sonne verschluckt. Eine grosse Skulptur findet sich im thailändischen Wat Srisa Thong. Phra Rahus heilige Zahl ist die 8 und die Farbe Schwarz wird ihm zugeordnet. Die bevorzugten Opfergaben bestehen aus 8 schwarzen Zutaten z.B. schwarzer Likör, schwarze Trauben, Eier, Kaffeebohnen, Cola, schwarze Kerzen, Räucherstäbchen etc.

Phuttabat - Fussabdruck Buddhas

Rian – Amulett in Münzform aus Metall.

Sak yant - heiliges schützendes Tattoo

Sakka - Indra, der höchste der 33 Götter, die den Berg Meru bewachen.

Saksit - übernatürliche, positive, spirituelle Kräfte werden so in Thailand und Laos bezeichnet.

Sala - Versammlungshalle

Samnak - Tattooraum im Kloster

Sangha – Vereinigung der thailändischen Mönche.

Sai Sin – Geweihte Glücksarmbänder die von thailändischen Mönchen überreicht werden. Ursprünglich waren es einfache weisse Baumwollfäden die den Gläubigen bei einer Segnung von Mönchen um das Handgelenk gebunden wurde. Heute wird eine grosse Auswahl an geflochtenen Armbändern angeboten. Bei einigen ist auch ein Takrut eingeflochten.

Sariradhatu (Sanskrit) - (Pali: Dhatucetiya) Körperliche Reliquien.

Sen - Linie/Streifen

Sian - Maske

Singh - Löwe

Somdej – königlicher, vom König verliehener Titel für Mönche, Bezeichnung für Amulette

Songkran – thailändisches Wasserfest zum buddhistischen Neujahr im April.

Takrut - Das Takrut ist eines der ältesten Amulettarten und wird als Schutzamulett verwendet. Ein Takrut besteht meist aus einem zusammengerollten Stück Metall (Blei, Gold- oder Silberblech), das mit Fäden und Harzen umwickelt wird. Die "Metallrolle" wird mit Paligebeten beschriftet und von Mönchen geweiht. Takrut gibt es in verschieden Ausführungen: - als Anhänger für eine Amulettkette; - als Gürtel, der um die Hüfte getragen wird, - als Glücksarmband "Sai Sin"; - aber auch als Leklai, die unter die Haut gestochen werden gehören zur Familie der Takrut.

Tam Boon - Opfergaben

Tja - magische Kraft und Energie, die auch Buddha sich bei seiner Erleuchtung aneignete.

Thudong – Waldmönch,der der Vereinigung der Mönche (sangha) angehört, aber zurückgezogen lebt. Kundiger der buddhistischen Magie.

Traiphum Phra Ruang - Die „Drei Welten des König Ruang“ beschreibt das buddhistische Weltbild und wurde im 14. Jahrhundert von König Li Thai verfasst.

Vedisch – alte abergläubische Magieform, noch aus der Zeit vor Buddha

Visha – Bezeichnung für die buddhistische Magie

Wat – buddhistische Tempelanlage

Wat Suthat - Bei Sammlern bekannt für seine Phra Kring Medizin Buddha Amulette.
 
Yaksha, Yaksi (Pali: Yakkha) Riesen der thailändischen Mythologie.



Begriffe der Amulettkunde
Alphabetische Aufstellung zu Begriffen aus der Amulettkunde.

Abraxas  Der Abraxas wird in Darstellungen mit einem menschlichen Rumpf, Hahnenkopf  (steht für die Vorsehung) und Schlangenfüssen abgebildet. In den Händen hält er eine Peitsche (die Macht Geister zu vertreiben) und ein Schild (steht für Weisheit). Er wurde bis ins Mittelalter als höchster Gott und Urwesen vereht. Er wurde auf alten Amulettsteinen verwendet, auf denen er als "Name Gottes" geschrieben wurde. Das Wort Abraxas besteht aus sieben griechischen Buchstaben, die für die Wochentage stehen und laut der Nummerlogie den Zahlenwert 365 (Sonnenjahr) ergeben. In anderen alten Schriften wird der Name auf die ägyptischen Wörter Abrac und Sax zurückgeführt. Von Abraxas wurde das Zauberwort "Abrakabra" abgeleitet.

Agnus  Ein im Mittelalter beliebtes Amulett, das von der Kirche geduldet wurde. Das Agnus ist ein Wachssiegel auf dem ein Lamm mit der Flagge des römischen Kaiser  Konstantin abgebildet ist. Durch den Segen des Papstes soll der Träger vor Feuer, Blitzschlag, ertrinken, aber auch vor dem Tod im Kindbett geschützt werden.

Brakteaten  Das Wort Brakteaten ist abgeleitet vom lateinischen "Bractea" - dünnes Metallblech -  und bezeichnet einseitig geprägte oder geritzte Medaillen, Münzen und Amulette. Im 5. und 6. Jahrhundert wurden Brakteaten mit Götterdarstellungen (Personen- oder Tierdarstellungen) oder Runen meist als Amulette mit magischer Wirkung verwendet. Ab dem 12. bis zum 18. Jahrhundert waren sie mit entsprechender Prägung als Münzgeld (Hohlpfennig) in Gebrauch.

Breverl  (Breferl, Breve, Heiltumstäschen) Ein Breverl ist ein Faltzettel mit Bildern, magischen Sprüchen und Gebeten und wurden hauptsächlich in Österreich und Süddeutschland verwendet. In einer Mischung aus Aberglaube und christlichen Glauben wurden die Brevel gegen Dämonen, Feuer, Pest und Unwetter eingesetzt. Die meist vierfach gefalteten Zettel enthalten Abbildungen von Schutzheiligen und rituellen Gegenständen wie kleine Kreuze, Spänne von Schabmadonnen oder Korallen und wurden an Wallfahrtsorten verkauft. Die Brevel wurden als Amulett um den Hals getragen, in die Kleidung eingenäht, in kleinen kunstvollen Kissen aufbewahrt oder als Schutz vor dem Teufel an Kinderbetten befestigt.

Canon Episcopi  Der Canon Episcopi enstand im 10.Jahrhundert und gibt die offizelle Stellung der Kirche zu Magie, heidnischen Kulten und Amulettkunde wieder. Der Canon war bis Mitte des 12. Jahrhunders gültig und verbietet die Ausübung der Zauberei und stellt sie als Ketzerei dar.

Chaldäer  (Chaldäa) Die Chaldäer waren ein aramäischer Volksstamm der von der Küste des persichen Golf nach Babylonien zog und um 883 v.Chr. erstmals erwähnt wurden. Sie kannten eine Vielzahl von Göttern, Geistern und Dämonen. Die Chaldäer waren in arabischen Raum für ihre Kenntnisse in der Astrologie und ihrer Amulette bekannt.

Enkolpion  Eine auf der Brust getragene Reliquienkapsel die als Amulett verwendet wurde. Auch das Brustkreuz der orthodoxen Würdenträger werden so bezeichnet.

Ga´u (Gahu, Gawo)  Als Ga´u werden die tibetischen Schutzamulette bezeichnet. Diese Amulette bestehten aus einer oft mit Türkisen besetzen Metalldose, die im Inneren ein in Sanskrit geschriebenes Zauberwort oder Gebet enthält. Weiterhin kann es kleine Dinge, die von einem Lama geweiht wurden enthalten. Auch ein Stück einer Mönchskutte, Bildnisse von Göttern oder Schutzheiligen können sich in traditionellen Ga´us befinden.

Gigante  In apokryphen Schriften des Henoch wird ein Gigante, der vor der biblichen Sinnflut gelebt hat, als Erfinder der talismanischen Kunst in Verbindung mit der Astrologie genannt.

Gnostiker  Die Gnostiker entstanden im 2.Jahrhundert als religiöse Vereinigung in Kleinasien und verbreiteten sich über das römische Reich. Die Grundlagen ihrer Lehren bestand aus einer Mischung des jüdischen Kabbala, Christentum und die Erkenntnis Gottes. Die Gnostiker nahmen für sich in Anspruch den Gonsis (Erkenntnis), ein tiefes Wissen über die "Letzten Dinge", zu haben. Als ihren Hauptgott verehrten sie Abrakas und fertigten ein grosse Anzahl von tiefgründigen Symbolen und Talismane. So wurde die sich in den Schwanz beissende Schlange, mit der Bedeutung der Ewigkeit, auf gnostikischen Amuletten gefunden. Auch Amulette gegen den "Bösen Blick" mit einem geöffneten Auge wurden verwendet. Weiterhin finden sich Darstellungen der Steinzeichen der chaldäischen Astrologie.

GriGri  Schutzamulett der Tuareg. Frauen geben ihren Männern dieses Amulett mit auf die Reise. Die Marabouts in Nord- und Westafrika sind für ihre Gri-Gri Amulette bekannt, die vor Tod und Gefahren schützen. Auch die Voodoo Amulette aus Westafrika z.B. Ghana, Nigeria und Senegal sind als Gri-Gri bekannt. Die Gri-Gri der Tuareg bestehen aus einer kleinen Ledertasche in der sich Koranverse und kleine Ritualgegestände (Steine, kleine Puppen, Öle, Pflanzen, Knochen etc.) befinden.

Hamalet  Der Begriff stammt aus dem arabischen und bedeutet Anhängsel. So wurden um den Hals getragene Steinanhänger oder Zettel mit Gebeten genannt.

Herz  Schutzamulette in Form eines Herzen waren schon im alten Ägypten beliebt und standen als Symbol für das Leben. In Herzen wurde eine Verbindung zur Seele gesehen. Diese Bedeutung trifft auf die ägyptische wie auf die frühchristlichen Herzamulette zu. In heutiger Zeit stehen Herzamulette weltweit als Symbol der Liebe.

Ichthyodont  Der Ichthyodont ist ein fossiler Fischzahn der auch schon sehr früh als Amulett verwendet wurde.

Kaurimuschel  Die Kaurimuschel ist einer der ältesten Glücksbringer und wurde schon in prähistorischer Zeit als Amulett verwendet. Der Begriff Kauri stammt aus dem altindischen und soll von der indischen Göttin Kauri abgeleitet sein, die 1500 v.Chr. gelebt haben soll. Die Kaurimuschel steht für Fruchtbarkeit und Wohlstand und wird dem Element Wasser zugeordnet.
Eine Bedeutung der Kaurimuschel ist die Verwendung als Auge gegen den "Bösen Blick". In Ägypten, Borneo, Neuseeland und Westafrika wurde die Kauri schon sehr früh als Grabbeigabe genutzt und manchmal in die Augenhöhle der Toten gelegt. Im Voodoo und in nigerianischen Juju-Kulten ist die Kaurimuschel ein fester Bestandteil der Kleidung der Schamanen. Im Iran, Ägpyten und Indien wurde die Kauri als Schutz gegen den "Bösen Blick" am Nutzvieh befestigt. In Persien ist sie ab 1100 v.Chr. als "Eselsmuschel" bekannt.
Eine weitere Bedeutung ist die Verwendung als Fruchtbarkeitssymbol und basiert auf der Ähnlichkeit zum weiblichen Geschlechtsteil. Als Schutzamulett dient die Kauri gegen Unfruchtbarkeit und eine schmerzhafte Geburt. In Indien und Japan wird sie zum Teil noch heute bei der Entbindung in der Hand gehalten.
Die Kaurischnecken (Cypraeide) ist eine tropische Meeresschnecke von der ca. 200 Arten bekannt sind. Einige Arten waren in Afrika, Ost- und Südasien und der Südsee als Zahlungsmittel in Gebrauch. Die chinesische Schrift bildet mit dem Wort "Pei" (Kauri) mehr als 200 Worte mit Bedeutungen wie kaufen, Geld oder handeln.
In der Jungsteinzeit (6000v.Chr.) war die Kauri schon in China bekannt. Funde aus der Eisenzeit belegen ihre Verwendung 600 v.Chr. in Mesopotamien. In der römischen Kaiserzeit und im frühen Mittelalter (500-1050 n.Chr.) gelangte eine grosse Anzahl an Kaurimuscheln nach Europa und wurde von Frauen als Amulett getragen oder als Grabbeigabe verwendet.

Mae Nak (Nang Nak) Mae Nak Amulette werden aus menschlichen Stirnknochen gefertigt und beruhen auf folgender Legende: Vor über hundert Jahren wohnte Mutter Nak am Khlong Phra Khanong in der Nähe von Wat Maha Bud. Als Mae Nak schwanger war, musste ihr Mann Thit Mak in den Krieg ziehen. Mae Nak und das Kind starben bei der Geburt. Der Legende nach Wollte Mae Naks Geist die Welt nicht verlassen und spukte im Dorf umher. Als Mak nach Hause kam und feststellte das seine Frau ein Geist war flüchtete er in einen Tempel. Der Mönch Somdet Phra Phutthacan (To Phromrangsi) fertigte in einer Zeremonie aus einen Teil des Schädels von Mae Nak den Stirnknochen ein Amulett in Form einer Gürtelschnalle. Seither fand der Geist der Mae Nak seine Ruhe.
Der Fund von 5 Schädeln in Pathum Thani (Thailand) im April 2012, bei denen der Stirnknochen und der hintere Teil des Schädels entfernt wurden zeigen das auch heute noch derartige Amulette gefertigt werden.

Marabout  Als Marabout werden in Nord- aber auch Westafrika islamische Heilige bezeichnet. Sie Leben nach der Tradition des Sufismus und erreichen ihre spirituelle Kraft durch Askese. Die Marabout der Tuareg sind berühmt für ihre Amulette (Gri-Gri).

Mojo  Der Begriff Mojo bezeichnet einen Stoffbeutel, der als Amulett verwendet wird und versteckt unter der Kleidung am Körper getragen wird. Ursprünglich stammt das Mojo aus Afrika und wurde mit Hoodoozauber besprochen. Gefüllt werden die Mojo mit rituellen Gegenständen Steinen, Pflanzen, Münzen und sollen Glück bringen und schädliche Einflüsse abhalten.

Pentagramm  Das Pentagramm ist ein Stern mit fünf Spitzen und symbolisiert die fünf Elemente Feuer, Wasser, Erde, Luft und die Sphäre oder Äther. Das Pentagramm ist eines der am häufigsten genutzten Symbole und sehr beliebt als Amulett. Die Darstellung mit einer Spitze nach oben steht für die "Weisse Magie", umgekehrt mit zwei Spitzen nach oben steht es für die "Schwarze Magie". Das Wort Pentagramm wird vom griechischen "Pentágrammos" - fünf Linien- abgeleitet und ist auch unter den Bezeichnungen Pentakel (Pentagramm mit Kreis), Drudenfuss oder Pentalpha bekannt. Aus Sicht der katholischen Kirche steht der fünfzackige Stern für die fünf Wunden Jesus.

Phallus  Einer der am häufigsten gebrauchten Schutzamulette ist der Phallus. Gern wurde er gegen den "Bösen Blick" verwendet. Im alten Rom waren Phallusamulette als Fascinum (Fascina) bekannt. Grosse Phalus Skulpturen wurden aufgestellt um Haus und Hof zu schützen. Auf Grund der vielen gefundenen und einfachen Phallusamulette kann hier schon von einer Massenfertigung gesprochen werden.
In Thailand ist das Phallusamulett als "Palad khik" bekannt und wurde im 8.Jahrhundert von Mönchen aus Kambodscha eingeführt. Es wird im Gegensatz zu Buddhaamuletten nicht um den Hals getragen, sondern in der Hosentasche, als Schlüsselanhänger oder mit einer Schnur, unter der Kleidung um die Hüfte getragen. Palad Khik Amulette dürfen auch unterhalb der Gürtellinie getragen werden. Grosse Phallusskulpturen, meist aus Holz werden der Göttin Tuptim geopfert.

Phylakterion  Der Begriff Phylakterion stammt aus dem griechischen und bedeutet Schutzamulett. Häufig  werden Amulettkapseln/Behälter so genannt, die ein Pergament- oder Goldblatt mit Gebeten oder den Namen Gottes enthalten. Auch der jüdische Gebetsriemen (Thefillin) wird so bezeichnet.

Sonnenradkreuz  Ein sehr verbreitetes und eins der ältesten der verwendeten Symbole auf Talismane und Amuletten. In Indien sind die Swastika als Glückzeichen verwendet, in Deuschland wurde es als Hakenkreuz von den Nationalsozialisten benutzt, in China ist es als Wan bekannt und steht für Glück und ein langes Leben. Bereits vor 3000 Jahren wurde es als Sonnenzeichen verwendet und taucht in Indien im 5.Jahrhundert vor Christus auf. Die ersten Funde von Sonnenradkreuzen stammen aus Siebenbürgen den darmaligen Wohngebieten von indogermanischen Stämmen. Es wird vermutet das diese auf ihren Wanderungen das Sonnenrad in andere Länder verbreitet haben.

Tali  Bei einer indischen Vermählung hängt der Bräutigam der Braut das "Tali", eine amulettartige Halskette um.

Talismanen  Die türkischen Gelehrten und Geistlichen die sich mit der Amulettkunde beschäftigten wurden "Talismanen" genannt.

Telesma  griechisch: Vollendung in einigen Veröffentlichung wird hiervon das heutige Wort "Talisman" abgeleitet.

Thraphim  Von den alten Chaldäa (z.B. Thara) mit Hilfe von astrologischen Regeln gefertigte Götterstatuen mit talismanartiger Wirkung für die Oberschicht.

Tsilmenaja  So wurden die Amulettkundigen bei den Persern und Chaldäern genannt.

Zahn Amulette  Amulette aus Zähnen der heimischen Raubtiere wurden schon früh als Amulett verwendet. In einer Mischung aus Angst und Verehrung sollte die Kraft der Tiere übertragen werden. Wolfszahn-Amulette wurden kleinen Kindern umgehängt oder am Kinderbett befestigt um ihnen die Angst zu nehmen, aber auch um vor Zahnschmerzen zu schützen. Bei chinesischen Glücksspielern ist der Tigerzahn ein beliebter Glücksbringer. Die Hauer von Wildschweinen werden häufig als Schutzamulett verwendet. Die Jäger der Inuit schützten sich mit einem Bärenzahn gegen Unglück. Zahn Amulette gehören wohl zu den ältesten Schmuckstücken der Menschheit.



 

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